Moderne Therapiemöglichkeiten bei Schulterschmerzen - Schulterproblemen - Schulterinstabilität

Die konservativen Behandlungsmöglichkeiten bei Schulterschmerzen sind heute so vielfältig wie noch nie. Medikamentöse, physiotherapeutische und physikalische Maßnahmen stehen in großer Breite zur Verfügung. Und dennoch – auch heute sind nicht alle Patienten mit diesen Methoden erfolgreich zu behandeln und nicht bei allen ist damit eine Schmerzfreiheit zu erreichen.

 

Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Patienten austherapiert sind, dass ihnen gar nicht mehr geholfen werden kann und sie mit ihren Schulterschmerzen leben müssen. Durch die modernen minimal invasiven Operationsmethoden (Arthroskopie) hat sich das Behandlungsspektrum ganz erheblich erweitert, und man kann heute Eingriffe durchführen, von denen man vor zehn Jahren nur träumen konnte. Diese großartige Entwicklung wurde einmal natürlich durch die Verbesserung des Instrumentariums ermöglicht, zum anderen aber auch durch die unglaubliche Optimierung der diagnostischen Möglichkeiten. Vor allem dank Ultraschall und Kernspintomographie können insbesondere die Schulterweichteile in nie gekannter Genauigkeit beurteilt werden. Das erlaubt dem erfahren Arzt, mit hoher Sicherheit die Ursachen für Schulterschmerzen festzustellen und darauf basierend die entsprechende Therapie einzuleiten.

Das Schultergelenk ist in Muskeln eingebettet

Die so genannten Weichteile, also Muskeln, Bändern, Sehnen, Gelenkkapsel und Schleimbeutel sind an der Schulter – auf Grund der speziellen Anatomie – von besonderer Bedeutung. Die Schulter ist das beweglichste der großen Gelenke. Dadurch erhält die Hand ihren großen Bewegungsspielraum, allerdings auf Kosten der Stabilität. „In Form“ gehalten wird das Schultergelenk im Wesentlichen durch die umgebenden Weichteile. Diese Tatsache begründete auch die große Furcht vor operativen Eingriffen an der Schulter und die langen, schwierigen Erholungsphasen, wenn sie doch durchgeführt wurden. Die früher üblichen so genannten offenen Operationen erforderten große Schnitte durch z.B. die Muskeln, um an die erkrankten Strukturen zu gelangen, mit einer entsprechenden Schmerzhaftigkeit nach der Operation und einem lang dauernden Heilungsprozess. Die Entwicklung der arthroskopischen Technik bedeutet da natürlich einen entscheidenden Wandel. 

Vorteile der Schulterarthroskopie

Eine Arthroskopie erfordert nur zwei etwa 3 mm kleine Zugänge, über die einerseits die Optik, mit der das Gelenk inspiziert werden kann, eingeführt wird, und andererseits die benötigten Instrumente platziert werden können. Entscheidender Vorteil ist, dass keine großen Gewebeverletzungen hervorgerufen werden, bei gleichzeitig optimaler Übersicht über alle Strukturen des Gelenks. Für die Patienten bedeutet dies, dass fast alle Eingriffe mit nur einem kurzen stationären Aufenthalt oder sogar ambulant durchgeführt werden können. Die Erholungsphase nach dem Eingriff ist deutlich verkürzt, weil die Schulter schon sehr früh wieder mobilisiert werden kann. Arthroskopisch lassen sich – wenn indiziert – fast alle Schultererkrankungen behandeln.

Engpass-Syndrom (Impingement-Syndrom)

Bei dieser auch Schulterenge-Syndrom genannten Erkrankung kommt es zu einer Einengung im Bereich unter dem Schulterdach mit der Folge: Die dort verlaufende Sehne wird schmerzhaft gequetscht. Ursache einer derartigen Veränderung können sein: 

  • chronische Überlastung z.B. bei dauernden Über-Kopf-Tätigkeiten eines Anstreichers oder bei Sportlern, 
  • anatomisch bedingte verstärkte Krümmung des Schulterdachknochens,
  • Verschleißbedingte Knochenwulstbildungen. 

Die Therapie besteht darin, diesen Raum wieder zu erweitern, indem die knöchernen Anlagerungen vorsichtig abgefräst werden und/oder der z.B. chronisch entzündete Schleimbeutel unter dem Schulterdach entfernt wird. 

Sehnenriss (Rotatorenmanschettenriss)

Der Druck auf die unter dem Schulterdach verlaufende „Sehne“ kann bei einem Schulterenge-Syndrom so stark sein, dass einzelne Fasern der Sehne reißen. Als Ursache für solche Risse in der Sehne der Schulterrotatoren (Schulterdreher) werden aber auch lokale Durchblutungsstörungen diskutiert. Neben chronischen Schmerzen ist ein zunehmender Funktionsverlust der Schulter – sie kann nicht mehr richtig angehoben werden, weil die Kraftübertragung gestört ist – kennzeichnend für diese Erkrankung. Ein Sehennriss an der Schulter, die sogenannte Rotatorenmanschettenruptur lässt heutzutage hervorragend arthroskopisch reparieren. Wichtig ist, dass geleichzeitig ein bestehende Enge unter dem Schulterdach, das Imoingement, beseitigt wird. 

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Bei der Kalkschulter kommt es zur Ablagerung von Kalkdepots in die Rotatorensehne. Die Lebensqualität der Patienten ist durch die dadurch hervorgerufenen chronischen, häufig auch nächtlichen Schmerzen stark eingeschränkt. Zudem kann die Schulter im täglichen Leben kaum noch richtig belastet werden. Arthroskopisch können diese Kalkherde entfernt und den Patienten schnell zur Beschwerdefreiheit verholfen werden.

Schultersteife (Capsulitis adhaesiva)

Nach einer Phase „unerklärlicher“ Schulterschmerzen, kommt es mit dem Nachlassen der Schmerzen zu einer zunehmenden Versteifung im Schultergelenk, das heißt, der Arm lässt sich nicht einmal mehr passiv, also durch den Untersucher, anheben. Auch wenn sich diese Einsteifung in der Regel von alleine wieder löst, kann die manchmal Jahre dauernde Erkrankungszeit durch einen arthroskopischen Eingriff, in dem die Verwachsungen und Verklebungen gelöst werden, oft deutlich verkürzt werden.

Schulterinstabilität (Schulterluxation)

Meistens durch Unfälle bedingt, z.B. einen Sturz auf den Oberarm, kann der Oberarmkopf gewaltsam aus der Gelenkpfanne gerissen werden. Solche Ausrenkungen können ebenfalls arthroskopisch „repariert“ werden.

Arthroskopische Eingriffe an der Schulter sind heute aus dem Repertoire der modernen Schulterbehandlung nicht mehr wegzudenken. Auf diese wesentliche Errungenschaft der Medizin möchte und kann heute niemand mehr verzichten. In der Hand des erfahrenen Arztes besteht durch die Arthroskopie in vielen „aussichtslosen“ Fällen die Möglichkeit, Patienten die Schmerzen zu nehmen und die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten oder zurückzugeben. Das bedeutet natürlich ein erhebliches Stück Lebensqualität für die Betroffenen.

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