Internationaler Brachytherapie-Kongress in Barcelona 2004

Jod-125 Prostata-Brachytherapie bei lokalisiertem Prostatakrebs: Wichtigkeit der Teamerfahrung für Dosisabgabe und Toxizität.

Neubauer S1,2, Derakhshani P1,2, Metz J1,3, Spira G1,3, Spira G1,3 

(1) Westdeutsches Prostatazentrum, Köln, Deutschland

(2) Abteilung für Urologie, Klinik am Ring, Köln

(3) Abteilung für Radioonkologie, Klinik am Ring, Köln

Hintergrund und Zweck:

Bei der transperinealen permanenten Prostata-Brachytherapie mit I-125 sind für gute klinische Ergebnisse ausreichende Strahlendosen erforderlich. Darüber hinaus ist die permanente Seed-Implantation ein stark bedienerabhängiges Verfahren mit einer frequenzbedingten Lernkurve. Nach 3 Jahren Seedimplantation in einem konstanten Team von vier Ärzten (zwei Urologen und zwei Radioonkologen) soll mit dem vorliegenden Bericht festgestellt werden, ob dosimetrische Quantifizierer der Implantatadäquanz, der OP-Zeit und der postoperativen Toxizität durch die Erfahrung des Implantationsteams beeinflusst wurden.

Materialien und Methoden:

Zwischen Februar 2001 und Januar 2004 wurden 518 konsekutive Patienten mit permanenten Seed-Implantaten unter Verwendung von Jod-RAPID-Streifen und intraoperativer Online-Planungstechnik (IOT) behandelt. 461 Patienten mit geringem Risiko wurden allein mit Seedimplantat behandelt und 57 Patienten mit mittlerem und hohem Risiko erhielten eine zusätzliche externe Strahlentherapie. Dosimetrische Quantifizierer (DQ) der Implantatadäquanz wurden mit Hilfe einer Computertomographie (CT) berechnet, die 1 Monat nach der Brachytherapie der Prostata durchgeführt wurde. Die Urintoxizität wurde mit IPSS und QoL-Scores gemessen. Die Patienten wurden in die Gruppen 1:Implantate Nr. 1-259 und 2:Implantate Nr. 260-518 eingeteilt. Die Gruppen wurden hinsichtlich präoperativer und postoperativer IPS-Scores verglichen und erreichten dosimetrische Quantifizierer prä- und postoperativ.

Ergebnisse:

Patienten in Gruppe 1 hatten einen niedrigeren Mittelwert D90 zur Prostata im Vergleich zu Männern in Gruppe 2 (144,13 Gy vs. 152,26 Gy). Die Toxizität war in beiden Gruppen sehr ähnlich: Der durchschnittliche IPPS-Wert in Gruppe 1 lag bei 0/1/3/6/12 Monaten nach der Behandlung bei 6,7/14,6/13,6/13,6/10,5/7,5 im Vergleich zu Gruppe 2 (7,3/15,4/14,3/10,7/8,3). Die durchschnittliche Verfahrensdauer einschließlich Online-Planung, Nadelbelastung und Implantation wurde von 112 (57-183) Minuten in Gruppe 1 auf 66 (34-82) Minuten in Gruppe 2 reduziert. Die Urintoxizität in der kombinierten Behandlung war nicht höher als bei einem Seed-Implantat allein.

Schlussfolgerungen:

Es gab keine wesentlichen Unterschiede zwischen frühen und späteren Seed-Implantaten in Bezug auf die Urintoxizität. Die Qualität der Dosisverteilung konnte mit zunehmender Erfahrung deutlich verbessert werden. Möglicherweise, weil wir vom ersten Fall an die intraoperative Online-Planungstechnik (IOT) verwendet haben und keine Veränderungen in der Teamkonstellation hatten, waren die Unterschiede kleiner als erwartet und wurden früher berichtet.

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