PSA-Test: Urologen kritisieren IQWiG-Vorbericht

Von der generellen Bestimmung des PSA-Werts zur Früherkennung von Prostatakrebs riet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem kürzlich veröffentlichten Vorbericht ab. Die Begründung: Ein PSA-Screening erspare einigen Patienten die Belastungen einer metastasierten Krebserkrankung, Schäden durch Überdiagnosen und Übertherapie überwögen jedoch. Die in der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) organisierten Urologen kritisieren den Vorbericht jedoch aufs Schärfste. „Zu Recht“, sagen auch Dr. Stephan Neubauer und Dr. Pedram Derakhshani vom Westdeutschen Prostatazentrum in Köln. 

Fazit des IQWiG nicht plausibel

Lege man den in Deutschland üblichen Grenzwert für das PSA von 4 ng/ml zugrunde, sei nur bei einem geringen Anteil der Patienten, nämlich 0,7 bis 1,6 Prozent, mit einer Überdiagnose zu rechnen. Wichtige aktuelle Studien, welche die Argumentation des IQWiG aushebeln würden, seien indessen nicht oder nur teilweise berücksichtigt worden, heißt es in der Mitteilung der Fachgesellschaft. 
Die DGU bemängelt ebenfalls die Verwendung des Begriffs »falsch positiv« in dem IQWiG-Bericht, da er insbesondere für Patienten irreführend sei. Ein PSA-Wert größer 4 ng/ml sei kein Beweis für ein Prostatakarzinom. Vielmehr habe die einmalige Messung des PSA-Wertes nur eine begrenzte Aussagekraft, sagt auch Dr. Neubauer: „Immer wieder kommt es vor, dass PSA-Werte falsch interpretiert und vorschnell gehandelt wird“. 

Richtiger Umgang mit den PSA-Testergebnissen 

Ein einmalig erhöhter PSA-Wert kann somit auch Folge einer gutartigen Prostatavergrößerung oder einer Entzündung der Prostata sein. Selbst Fahrradfahren sowie Geschlechtsverkehr lassen den PSA-Wert kurzfristig in die Höhe schnellen. Wichtig ist es daher, den Test zu wiederholen und zusätzliche andere diagnostische Verfahren zu nutzen, empfiehlt der Kölner Prostata-Spezialist. Zu einer effektiven Früherkennung gehören PSA-Test, Ultraschall und Tastuntersuchung der Prostata. Essentiell wichtig sei daher immer eine fachlich-fundierte Bewertung der Gesamtbefunde eines Mannes und nicht ein isoliertes Bewerten nur des PSA-Wertes. 


Mehr zur Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Urologie erfahren Sie hier!

Patienteninformation der DGU zur PSA-gestützten Früherkennung des Prostatakarzinoms

Westdeutsches Prostatazentrum (WPZ): Warum der PSA-Test in der Früherkennung sinnvoll ist!

 


 

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