Kein Zweittumor nach Brachytherapie

Aktuelle Metaanalyse: Angst vor Blasen- oder Enddarmkrebs nach innerer Bestrahlung wissenschaftlich unbegründet

Viele Männer befürchten nach erfolgreicher Behandlung des Prostatakrebs erneut an einem bösartigen Tumor zu erkranken. Gerade die Strahlentherapie steht in Verruf, das Auftreten von Darm- und Blasenkrebs zu begünstigen. „Doch dank modernster strahlentherapeutischer Verfahren, wie der Brachytherapie, ist es heute möglich, gesundes Gewebe vor Strahlenschäden optimal zu schützen“, erklärt Dr. Stephan Neubauer, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum in Köln. Erst jüngst konnte eine Metaanalyse1 belegen, dass Männer, die sich einer „inneren Bestrahlung“ unterziehen, keinen Zweittumor befürchten müssen. Die kanadischen Forscher der Universität Toronto zeigten in ihrer systematischen Analyse, die insgesamt 3000 Studien einschloss, kein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Zweittumoren nach Brachytherapie. 

Präzise Bestrahlung schont andere Organe

„Hochmoderne Computertechnik und der Einsatz bildgebender Verfahren machen es uns möglich, das Zielgebiet millimetergenau zu erfassen und punktgenau zu bestrahlen,“ sagt Dr. Neubauer. So werden bei der Brachytherapie im Gegensatz zur äußeren Bestrahlung kleinste Strahlenquellen (Seeds) direkt in den Tumor eingebracht. Die Seeds verbleiben dort über mehrere Monate und geben hochdosierte Strahlung gezielt auf das Tumorgewebe ab. „Das hat den Vorteil, dass der Tumor zerstört wird, ohne umliegendes gesundes Gewebe wie Harnblase, Dickdarm oder Schließmuskel zu beschädigen,“ so der Kölner Urologe. Dennoch ist es wichtig, im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen auch auf Zweittumore zu achten“, betont Dr. Neubauer. Blase und Enddarm sollten daher in regelmäßigen Abständen untersucht werden. 

Literatur: 

  1. Wallis CJ, Mahar AL, Choo R, et al. Second malignancies after radiotherapy for prostate cancer: systematic review and meta-analysis. BMJ. 2016;352:i851.

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