Holmium Laser Enukleation der Prostata (HoLEP)

Die Holmium Laserenukleation der Prostata, kurz HoLEP, ist eines der modernsten Verfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Der Vorteil dieser Methode im Vergleich zur herkömmlichen, transurethralen Resektion der Prostata ist ein deutlich geringerer Blutverlust und die Möglichkeit, auch sehr große Drüsen zu operieren. 

Bislang wird die Holmium Laserenukleation der Prostata – auch aufgrund einer relativ komplexen Lernkurve - nur an wenigen Kliniken in Deutschland angewendet. Im Westdeutschen Prostatazentrum sind wir mit einem hoch modernen Holmium Laser der neuesten Generation, dem MultiPulse HoPLUS von JenaSurgical ausgestattet.  Im WPZ wurden durch Dr. Neubauer bereits mehr als 7500 endoskopische Eingriffe durchgeführt und mit Herrn Priv.-Doz. Dr. Dr. Gerullis, der seit 2020 das Team bereichert, ein weiterer ausgewiesener Experte auf dem Gebiet innovativer endoskopischer OP-Techniken gewonnen. Dr. Gerullis hat bereits vor seinem Wechsel an das WPZ an der Universitätsklinik Oldenburg zahlreiche HoLEP-Eingriffe durchgeführt und verfügt über eine herausragende  Kompetenz und Erfahrung.

Wie funktioniert Holmium Laser Enukleation der Prostata?

Im Gegensatz zur klassischen Prostataresektion oder Laservaporisation, bei denen das überschüssige Gewebe schichtweise abtragen wird, kann bei der HoLEP das Prostatagewebe mit einer flexiblen Laserfaser direkt aus der Prostatakapsel ausgelöst werden. Das ausgelöste Gewebe wird anschließend mit einem sogenannten Morcellator zerkleinert und abgesaugt.

Einer großer Vorteil des im WPZ zur Anwendung kommenden MultiPulse HoPLUS ist die Kombination aus Gewebeabtragung (Enukleation), Zerkleinerung (Morcellierung) und Absaugung des Gewebes, welche in einem einzigen Gerät integriert sind. Das optimiert durch den Entfall sonst erforderlicher Instrumentenwechsel die intraoperativen Abläufe und verkürzt so signifikant die OP-Zeit. Dadurch wird der Eingriff noch sicherer und schonender.

Der gesamte Eingriff findet endoskopisch durch die Harnröhre statt und dauert je nach Prostatavolumen normalerweise zwischen 45 und 90 Minuten. Nach der OP verbleibt für 1-2 Tage ein Blasenkatheter. Nach dessen Entfernung ist dann ein normales Wasserlassen wieder möglich und der Patient kann die Klinik verlassen.
 

HoLEP bietet viele Vorteile 

Durch die Enukleationstechnik wird das störende Prostatagewebe direkt von der Kapsel gelöst und das Blutungsrisiko damit nochmals minimiert. Auch die Wahrscheinlichkeit erneuter Operationen wegen verbliebenem oder nachgewachsenem Gewebe ist sehr gering.

Durch die sehr geringe Blutungsneigung und dadurch exzellenten Sichtverhältnisse können bei diesem Verfahren wichtige Strukturen besser dargestellt und verlässlich geschont werden. Hierdurch ist die Gefahr einer Schließmuskelverletzung mit nachfolgender Inkontinenz nahezu ausgeschlossen. Auch wird durch den punktuellen Einsatz der Laserenergie eine Schädigung der in unmittelbarer Nähe der Kapsel liegenden und für die Potenz verantwortlichen Nerven vermieden.

Für wen geeignet?

Die HoLEP eignet sich sowohl für Männer, die für den Eingriff nicht gänzlich auf blutverdünnende Medikamente verzichten können als auch für Patienten mit sehr großem Prostatavolumen. Im Westdeutschen Prostatazentrum werden Prostata-Adenome ab etwa 60 ml bis zu über 200 ml Volumen mittels HoLEP operiert. Die früher übliche offene chirurgische Adenomenukleation konnte im WPZ durch den Einsatz der modernen Laser-Verfahren seit über 15 Jahren vollständig vermieden werden.

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