Gutartige Prostatavergrößerung: Symptom-Check

Normalerweise ist die Prostata etwa so groß wie eine Kastanie und wiegt 20 bis 25 Gramm. Die Drüse liegt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Mit zunehmendem Alter wächst das Drüsengewebe der Prostata und sie nimmt an Größe zu.  Ab dem 75. Lebensjahr findet sich bei fast allen Männern eine vergrößerte Prostata.

Diese Zellwucherung ist nicht bösartig und zunächst unbedenklich - nicht zu verwechseln mit einem Prostatakarzinom – und wird daher auch als gutartige Prostatavergrößerung oder benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet. Dennoch können Beschwerden durch eine gutartige Prostatavergrößerung die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen und Komplikationen sowie Spätfolgen nach sich ziehen. Eine Checkliste soll Ihnen dabei helfen, erste Anzeichen zu erkennen und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen.  

Anzeichen und Symptome der gutartigen Prostatavergrößerung

Bei der benignen Prostatahyperplasie vergrößern sich meistens genau die Zellen der Prostatadrüse, die die Harnröhre direkt umschließen. Dadurch wird sie zunehmend eingeengt und es kommt zu Beschwerden beim Wasserlassen, den so genannten Miktionssymptomen.

Abgeschwächter Harnstrahl: Bereits im frühen Stadium der gutartigen Prostatavergrößerung wird der Harnabfluss behindert. Die Blase kann sich nicht mehr problemlos entleeren und versucht dies durch den Aufbau von Muskulatur zu kompensieren. Typische Symptome sind daher ein schwacher oder unterbrochener Urinstrahl.  Man(n) braucht beim Toilettengang deutlich länger.

Häufiger Harndrang – auch in der Nacht: Da die Blase nicht mehr auf einmal vollständig entleert werden kann, haben Betroffene den Drang ständig zur Toilette zu müssen; oft auch nachts. Dadurch wird nicht nur der Alltag erheblich eingeschränkt, sondern auch die Nachtruhe immer wieder gestört. Dies kann auf Dauer zu einer körperlichen und seelischen Belastung führen. 

Starker Harndrang: Mitunter kann es ganz plötzlich zu einem starken Harndrang mit ungewolltem Abgang von Urin (s.g. Dranginkontinenz) kommen, was von den Betroffenen oft als besonders belastend empfunden wird. 

Unangenehmes Nachtröpfeln: Nachtröpfeln nach dem Urinieren ist ebenfalls ein häufiges Zeichen für eine gutartige Prostatavergrößerung. 

Erschwertes Wasserlassen: Durch die Einengung der Harnröhre muss die Harnblasenmuskulatur einen erhöhten Widerstand überwinden. Viele Betroffene müssen daher beim Wasserlassen zusätzlich pressen. 

Restharngefühl in der Blase: Das Gefühl ständig zu „müssen“ ist häufig ein Zeichen dafür, dass sich Restharn in der Blase angesammelt hat. Die Menge des in der Blase verbliebenen Urins kann durch eine Ultraschalluntersuchung bestimmt werden. 

Spätfolgen und Komplikationen

Die benigne Prostatahyperplasie sollte ärztlich untersucht und falls notwendig behandelt werden. Denn eine vergrößerte Prostata kann unter Umständen zu schwerwiegenden Folgeschäden führen. 

Blasenentzündung : Bleibt durch eine unvollständige Blasentleerung immer wieder Restharn in der Blase zurück, besteht die Gefahr, dass sich Keime sich in der Blasen entwicklen und eine Infektion hervorrufen. 

Schädigung der Nieren: Bleibt der Restharn längere Zeit unbehandelt, kann der Nierenabfluss behindert sein oder eine Blaseninfektion über die Harnleiter in die Nieren aufsteigen. Die Folge kann die Entwicklung einer chronischen Nierenschädigung sein, die bis hin zum Nierenversagen führen kann. 

Harnsteine : Bleibt immer wieder Restharn in der Blase, wird ebenfalls die Bildung von Harnsteinen begünstigt. Kleine Harnsteine, die normalerweise beim Wasserlassen ausgespült werden, verbleiben in der Harnblase und nehmen dort an Größe zu. 

Blutungen: Blutgefäße der Prostata oder der Blase können durch vermehrtes Pressen beim Toilettengang beschädigt werden; der Urin wird blutig. Durch gerinnungshemmende Medikamente (ASS, Marcumar) kann die Blutung zusätzlich verstärkt werden. Auch Blasentzündungen können dazu führen, dass sich Blut im Urin befindet. 

Akuter Harnverhalt: Kommt es zu einem akuten Harnverhalt, kann die „volle“ Blase nicht mehr entleert werden, obwohl der Betroffene einen deutlichen Harndrang verspürt. Die überdehnte Harnblase kann mitunter sehr starke Schmerzen verursachen. In einem solchen Fall sollten Sie sich dringend an einen Arzt wenden, der den Harn als Sofort-Maßnahme mit Hilfe eines dünnen Katheters entleert.


Prostata Fragebogen (IPSS)

Mit dem von der American Urological Association entwickelten IPSS (Internationaler Prostata Symptom-Test) überprüfen Urologen, ob bei einem Patienten Symptome vorliegen, die für eine gutartige Prostatavergrößerung sprechen. Dieser Test kann Ihnen auch zur Vorbereitung auf den Arztbesuch dienen.

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