Warum der PSA-Test in der Früherkennung von Prostatakrebs sinnvoll ist!

Wer sich über den PSA -Test zur Früherkennung von Prostatakrebs informiert, stößt auf widersprüchliche Informationen und Empfehlungen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie und die Deutsche Krebsgesellschaft lassen in der Interdisziplinären S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms jedoch keinen Zweifel an seiner Wirksamkeit. Das Westdeutsche Prostatazentrum in der KLINIK am RING in Köln erklärt, warum der PSA-Test ein wichtiger Bestandteil in der individuellen Vorsorge sein sollte.

Verringerung der Sterblichkeit:

Die Einführung des PSA-Tests hat dazu geführt, dass Prostatatumoren durchschnittlich etwa fünf Jahre früher erkannt werden. Dies ist die entscheidende Zeit, in der aus heilbaren Krankheitsstadien unheilbare Erkrankungen werden können. So hat sich der Anteil heilbarer Stadien seit Einführung des PSA-Tests von etwa 40 auf 80 Prozent erhöht. 
PSA-Gegner argumentieren häufig damit, dass die meisten Männer nicht an, sondern mit ihrem Prostatakrebs sterben. Unbeachtet bleibt dabei die Tatsache, dass laut Robert Koch-Institut in Deutschland jedes Jahr noch immer 11.000 bis 12.000 Todesfälle durch Prostatakrebs zu beklagen sind. Selbst wenn ein Patient vorher an einer anderen Ursache verstirbt, hat er durch die Krebserkrankung mitunter starke Einbußen seiner Lebensqualität erleiden müssen. 

Tastuntersuchung alleine reicht nicht aus:  

Bei der digital-rektalen Untersuchung tastet der Urologe die Prostata vom Enddarm aus ab, um mögliche Verhärtungen, die auf einen Tumor hinweisen könnten, festzustellen. Allerdings werden mit der Tastuntersuchung in der Regel nur oberflächliche Tumore erkannt, die schon eine gewisse Größe erreicht haben. Die Erkrankung befindet sich dann möglicherweise bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und ist nur noch bedingt heilbar. Studien belegen, dass von 12 Patienten mit Prostatakrebs 11 Fälle durch die Messung des PSA-Wertes und nur 1 Fall durch die digital-rektale Untersuchung entdeckt werden.

Richtiger Umgang mit den PSA-Testergebnissen:  

Die einmalige Messung des PSA-Wertes hat nur eine begrenzte Aussagekraft. So kann ein erhöhter PSA-Wert auch Folge einer gutartigen Prostatavergrößerung oder einer Entzündung der Prostata sein. Selbst Fahrradfahren sowie Geschlechtsverkehr lassen den PSA-Wert kurzfristig in die Höhe schnellen. Wichtig ist es daher, den Test zeitnah zu wiederholen und bei Bedarf neben Ultraschall und Tastuntersuchung zur weiteren Abklärung andere diagnostische Verfahren zu nutzen. Unbedingt notwendig ist immer eine fachlich-fundierte Bewertung der Gesamtbefunde eines Mannes und nicht ein isoliertes Bewerten des PSA-Testergebnisses. 

Nicht jeder Patient benötigt eine Therapie:

Durch die Früherkennung mittels PSA-Test, Ultraschall und Tastuntersuchung werden mehr Frühstadien des Prostatakrebses entdeckt. Einige davon sind Tumoren, die nur ein geringes Risiko haben, zu wachsen. Bei so genannten Niedrig-Risiko-Tumoren kann es nach Berücksichtigung aller Faktoren (u.a. Art und Ausmaß des Tumors, PSA-Wert und Alter) ausreichend sein, den Prostatakrebs engmaschig zu überwachen (Active Surveillance). Sollte dennoch eine Behandlung notwendig werden, können heute mit modernen Formen der Brachytherapie und Strahlentherapie optimale Heilungsraten bei minimalen Nebenwirkungen erzielt werden. 

Aufklärung ist das A und O:

Jeder Urologe sollte im Vorfeld seine Patienten ausführlich über die Möglichkeit der PSA-Wert-Bestimmung zur Früherkennung von Prostatakrebs informieren sowie Nutzen und mögliche Risiken gemeinsam besprechen und abwägen. So fordert es auch die wissenschaftliche Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie zur Prostatakrebsfrüherkennung.  
 

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