Hohenstaufenring 28, 50674 Köln

Die Kapselkontraktur - ein lösbares Problem in der Brustchirurgie

Eine typische Folgekomplikation einer Brustvergrößerung durch Implantat ist die Kapselkontraktur ( eine Verhärtung der Membran um das Silikonimplantat). In früheren Zeiten, insbesondere in den Anfängen der Brustvergrößerungen durch Silikoneinlagen war diese Komplikation sehr gefürchtet. Wir konnten durch die konsequente Lagerung der Implantate unter die Brustmuskulatur in unserer Praxis die Rate der Kapselkontraktur deutlich senken.

Im Prinzip handelt es sich eigentlich um eine ganz normale Abwehrreaktion unseres Organismus gegen Fremdkörper, die sich ins unserem Körper einsiedeln wollen. Nur das sich bei der Überreaktion sehr unangenehme Folgen einstellen.

bruststraffung.jpg

Um jeden implantierten Gegenstand, sei es Metall, Kunststoff, Goretex, Silikon etc. bildet sich eine Membran von mehr oder minderer Stärke. Man kann es auch als eine Art Narbe verstehen. Es ist ein Reparatur-Bindegewebe, mit der sich der Organismus gegen Schäden sehr schnell schützen kann.

Durch Erfahrung konnte man in der Vergangenheit feststellen, dass in Abhängigkeit vom Füllungsmatereial der Implantatkissen und von der Oberflächenbeschaffenheit die Ausprägung der Membranverdickung und Verhärtung deutlich unterschiedlich war.

Am heftigsten reagierte das weiblich Brustgewebe auf flüssiges, öliges Silikon, das direkt ins Gewebe gespritzt wurde. Dies hatte in den 50erJahren des letzten Jahrhunderts fatale, unbehandelbare Gewebsveränderungen zur Folge.

Man versuchte mit unterschiedlichen Füllmaterialien das Gewebsverhalten zu beeinflussen, stellte aber fest, dass Wasser, Hydrogel oder Sojaöl andere Schwierigkeiten mit sich brachten und die Rate der Kapselverhärtungen sich auch nicht wesentlich besserte.

An dieser Stelle seien kurz die unterschiedlichen Grade der Kapselbildung erwähnt ( nach BAKER )

Grad I ist die normale Membranbildung um einen Fremdkörper; sie ist nicht tastbar

Grad II ist die tastbare Verhärtung der Brust

Grad III ist die sichtbare Veränderung der Brustform

Grad IV ist die schmerzhafte und sichtbare Veränderung der Brust

Die Aufrauhung der Oberfläche und die Gelierung des Inhaltsstoffes der Implantate brachte dann den großen Durchbruch. Je dicker die Implantathülle und je zähflüssiger der Inhaltsstoff wurde, desto geringer waren die Gewebsreaktionen.

Ganz verhindern ließen sich damit die Kapselkontrakturen aber immer noch nicht.

Operationstechnisch kann man sagen, dass es möglichst wenig bluten sollte, da mit verbleibenem Blut auch immer eine zusätzliche Vernarbung verbunden ist.

Durch die Verlagerung der Implantate unter den großen Brustmuskel ließ sich eine weitere deutliche Reduzierung der Rate beobachten. Dies lässt sich auch mechanisch logisch ableiten. Bestimmt ist gut bekannt, dass ein Gelenk, das z.B. durch Gipsruhigstellung nicht mehr bewegt wird, regelrecht einrostet. Dahinter steckt als Ursache auch nichts anderes als eine Schrumpfung der Gelenkkapsel. Nur durch Bewegung verbleibt ein menschliches Gelenk flexibel. Bei der Kapsel um das Implantat herum verhält es sich in keinster Weise anders. Wenn die Brust nicht bewegt wird, schrumpft die kapsel. Dadurch verhärtet sie und verkalkt sogar.

Bei der Aufmuskellagerung des Implantates -anders ausgedrückt, die Unterdrüsenlagerung oder subglanduläre Lagerung oder epimuskuläre Lagerung- wird die Kapsel zwar ein wenig durch das Wippen der Brust gedehnt, aber ansonsten bewegt sie sich mit dem Muskel bei der Bewegung des Armes mit.

Bei der Untermuskellagerung aber –oder submuskulären Lagerung- ist die Kapsel einerseits mit den Rippen verwachsen, andererseits aber auch mit der Unterseite des großen Brustmuskels. Durch das Bewegen des Armes im Schultergelenk , insbesondere durch die starke Bewegung des Armes nach hinten mit gleichzeitiger Drehung des Daumens nach unter wird die Kapsel maximal gedehnt und verbleibt weich . Dies ist sehr einfach und hoch wirkungsvoll.

Leider ist auch bei der Untermuskellagerung die Kapselkontraktur nicht ganz zu vermeiden, die Wahrscheinlichkeit aber deutlich geringer. Wir können bei 20 jähriger Erfahrung auf eine Rate von unter 1% vorweisen.Wenn sie dann auftritt, kann man auf jeden Fall operativ die Kapsel noch mal von innen durch zickzackförmige Einschnitte verbessern. Das ein Implantat wegen Kapselkontraktur entfernt werden muss, ist heutzutage bei einem geübten Chirurgen die extreme Ausnahme.

Wenn bei der „Aufmuskellagerung“ eine Kapselkontraktur eintritt, ist die erste Maßnahme die Untermuskelverlagerung. Damit ist nahezu immer ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen.

Operationstechnisch ist die Untermuskellagerung anspruchsvoller und leider ist sie auch ein wenig schmerzhafter. Dies aber nur für 1-2 Tage. Preiswerte Operationen verwenden fast immer die Aufmuskellagerung, da sie einfacher ist und Folgekosten in der Regel nicht einschließen. Die Kapselkontrakturrate liegt im zweistelligen Prozent - Bereich und wenn diese eintritt, dann sind bei der Untermuskelverlagerung noch mal die nahezu vollen Operationskosten zu erwarten.

Nahezu einhellig ist unter plastischen Chirurgen die Meinung heutzutage von Anfang an die Untermuskellagerung zu bevorzugen.

Termin vereinbaren

Wir nehmen Ihre Terminanfrage gerne per Telefon, per Kontaktformular oder über jameda entgegen.